NEONIKOTINOIDE SIND HOCHTOXISCH FÜR BIENEN

Neonikotinoide sind systemische Insektizide, die als Fraß- und Kontaktgifte auf das Nervensystem wirken. Sie verteilen sich gleichmäßig in der ganzen Pflanze und die Bienen nehmen das Gift über Pollen, Nektar und Wasserabsonderungen der Pflanzen auf.  In den so genannten Gutationstropfen reichern sich die Wirkstoffe in zum Teil extrem hohen Konzentrationen an,  so dass Bienen, die sie häufig als Wasserquelle nutzen, innerhalb von wenigen Minuten verenden.   

Auch durch Verwehung von gebeiztem Saatgut können sich Bienen letal vergiften, wie es 2008 in der Region Oberrhein geschehen ist. Zehntausende Bienenvölker starben an der Vergiftung durch das Insektizid Clothianidin der Firma Bayer.

Die wissenschaftliche Forschung zeigt, dass die Neonikotoinoide auch zu subletalen Vergiftungen der Bienen führen, die sich langfristig auf das gesamte Volk auswirken. 

Es zeigen sich Verhaltensstörungen wie völlige Orientierungslosigkeit und Verwirrung, heftiges Zittern, Nahrungsverweigerung, Hyperaktivität, verringerte Sammelleistung, beeinträchtigtes Erinnerung- und Lernvermögen sowie Unfähigkeit, mit den anderen Stockbienen richtig zu kommunizieren. Die Kommunikation steht unter den  sozialen Verhaltensweisen der Bienen an erster Stelle. 

Man beobachtet verzögerte Entwicklungen der Larven und Lebensverkürzung der Arbeitsbienen. Das Insektizid Imidacloprid verkleinert die Futtersaftdrüse der Ammenbienen mit unvorhersehbaren Auswirkungen auf die Ernährung der Königinnen und der Larven. 

Die chronischen Vergiftungen zeigen sich im gesamten Bienenvolk in einer erhöhten Anfälligkeit für Krankheiten und Parasiten und geringerer Stresstoleranz. Langfristige Belastungen der Bienen durch subletale Dosen von Neonikotinoiden wurden von den Herstellern nicht erforscht.  

Die Neonikotinoide wurden auch nicht in ihrer Wirkung auf das Putzverhalten der Bienen untersucht. Dieses hat einen wesentlichen Einfluss auf die Gesundheit des Bienenvolkes. 

Das gegenseitige Putzen wird als der wichtigste natürliche Abwehrmechanismus der Bienen gegen Krankheitserreger und Parasiten wie die Varroamilbe gesehen. Je stärker und gesünder ein Volk ist, umso ausgeprägter ist der Putztrieb. Nur Bienenvölker mit stark entwickeltem Putztrieb haben eine Chance, sich selbst gegen die Varroamilbe zur Wehr zu setzen.

Der Hersteller Bayer weiß jedoch sehr genau um die Auswirkung von Imidacloprid in niedrigen Dosen auf das Putzverhalten der Termiten. Er wirbt damit für sein Produkt Premise 200 SC Plus Nature, ein Insektizid, welches gegen Termiten eingesetzt wird. 

In der Produktinformation erfährt man, dass eine Bodenbehandlung mit dem Insektizid die Termiten nicht gleich bei direktem Kontakt tötet und auch nicht abstößt. Die Termiten nehmen das Gift im behandelten Boden nicht wahr und sobald sie ihn betreten, setzt die Wirkung ein. Sie nehmen keine Nahrung mehr zu sich, werden orientierungslos und hören auf, sich zu putzen. Termiten sind anfällig für Krankheiten, die durch Mikroben oder Pilze im Boden ausgelöst werden. Ein wichtiger Teil ihrer Abwehrmechanismen ist das Putzverhalten. Dadurch reinigen sie sich von den Pilzsporen, bevor diese zu keimen  beginnen und ihren Tod herbeiführen. Wenn die Termiten  sich nicht mehr putzen, werden sie von den im Boden natürlich vorkommenden Pilzen befallen und getötet. Premise 200CS plus Nature macht die Pilze um das 10.000 fache gefährlicher für die Termiten. 

Wie die Termiten sind auch die Hongbienen staatenbildene Insekten, deren Putzverhalten die Gesundheit und Vitalität des Bienenvolkes gewährleistet. 

Westeuropa ist weltweit der größte Anwender von Agrogiften.

Ein Verbot der bienengefährdenden Pestizide stößt weiterhin auf den erfolgreichen Widerstand der großen Chemiekonzerne, trotz aller sich anhäufenden wissenschaftlichen Beweise. 

Die Zulassung von Pestiziden durch die Europäische Kommission basiert auf den konzerneigenen Tests und Zulassungsprüfungen, die durch keine unabhängige Forschung bestätigt werden.  Es ist zu befürchten, dass die Entwicklung und Durchführung weiterer Testmethoden und Studien, wie sie aktuell von der Europäischen Kommission gefordert werden,  wieder sehr viel Zeit beanspruchen - Zeit, in der Bienen-und Insekten gefährdende und tötende Gifte weiterhin ungebremst und in verheerenden Mengen auf die Erde geschüttet werden: auf Äcker. Wiesen und Weiden, auf Obstbäume und Weinberge, auf Gärten und Balkone, Parkanlagen, Bahntrassen Golfplätze usw - und sie finden sich schließlich auch in der Luft und den Gewässern.