VERLUST IHRES LEBENSRAUMES UND IHRER LEBENSGRUNDLAGEN 

Noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts sammelten die Honigbienen einen Großteil ihrer Nahrung auch aus den Wildkräutern,  die in den Getreidefeldern wuchsen. Die industrielle Landwirtschaft hat sämtliche Beikräuter als Unkraut von den Anbauflächen verbannt, selbst deren Samen sind im Ackerboden kaum noch zu finden. 

Artenreiche kleinstrukturierte Landwirtschaft ist pestizidbelasteten Monokulturen gewichen, deren Hochertragssorten kaum noch Pollen und Nektar für die Bienen liefern. Rapsfelder und Löwenzahn bieten im Frühjahr ein kurzzeitiges Überangebot, danach bricht das Nahrungsangebot oft schlagartig weg und die Bienenvölker verhungern regelrecht. Die Imker sehen sich gezwungen, mitten im Sommer zuzufüttern und nach neuen Nahrungsquellen für ihre Bienen zu suchen.

Wiesen werden kurz vor der Blüte bis zu sechs Mal gemäht, die Heumahd wird immer öfter auf proteinreiche Silage umgestellt. Ackerränder, Wiesenstreifen und sonstige Randstreifen sind zumeist blütenfrei und durch konsequente Flurbereinigung sind auch die letzten verwilderten Nischen verschwunden. Die Kulturlandschaft und auch die privaten Gärten sind insgesamt geprägt von kurz gehaltenen Rasenflächen und leicht zu pflegenden Grünanlagen. 

Die Energiegewinnung aus Biogasanlagen wird das Nahrungsangebot für die Bienen noch weiter reduzieren, denn auf Wiesen und Grünland wird verstärkt Mais, der Energierohstoff für die Methanproduktion, angebaut.  

Den Bienen, die seit Millionen von Jahren in Symbiose mit der blühenden Landschaft leben, bleiben grüne Wüsten, die sich ständig ausweiten und deren Bodenleben durch den massiven Einsatz von Spritz- und Düngemittel verarmt oder völlig zerstört wird.